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Sonntag, den 02. Juli 2006

Merkmale des Verbotsantrags beim Imitat  

.   Ein Antrag auf Unterlassung beruht auf dem Equity-Recht, nicht dem Common Law. Ihn muss das Gericht nach einer Abwägung von vier Merkmalen bescheiden. Im Markenrecht beruht der Anspruch oft auf einer Verwechslungsgefahr.

Beim fast perfekten Imitat von Zigarettenschachteln gelang es der Klägerin im Fall Lorillard Tobacco Company v. Amouri's Grand Foods, Inc., Az. 05-1642, sogar, das Revisionsgericht im sechsten Bezirk zur Feststellung der mit Sicherheit erwarteten Markenverwechslung zu bewegen. Nicht alle Merkmale dieser Liste müssen vorliegen:
(1) [S]trength of the mark,
(2) relatedness of the goods,
(3) similarity of the marks,
(4) evidence of actual confusion,
(5) marketing channels used,
(6) likely degree of purchaser care and sophistication,
(7) defendant's intent in selecting its mark,
(8) likelihood of expansion of the product lines using the marks.
Am 30. Juni 2006 entschied der United States Court of Appeals zugunsten der Antragstellerin, weil das Untergericht sie rechtsfehlerhaft auf das Hauptverfahren verwiesen und die Abwägung der Merkmale der einstweiligen Verfügung vergessen hatte:
(1) [T]he likelihood that the movant will succeed on the merits,
(2) whether the movant will suffer irreparable harm without the injunction,
(3) the probability that granting the injunction will cause substantial harm to others and
(4) whether the public interest will be advanced by issuing the injunction; vgl. Six Clinics Holding Corp., II v. Cafcomp Sys., Inc., 119 F.3d 393, 399 (6th Cir. 1997).








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.