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Mittwoch, den 04. Juli 2007

Referendare, 500000 im Tornado  

.   Wissen die Referendare, dass eben die Tornado-Warnung verkündet wurde? Sind sie mitten unter den 500.000 auf der National Mall zur Feier der Unabhängigkeit? Oder am Rande und können sich ins Kapitol oder ein Museum retten?

Zum Glück ist noch nicht die höchste Warnstufe ausgerufen. Zum Glück gilt sie zunächst nur für die andere Seite des Potomac. Doch den Sprung auf die Mall schafft der Sturm leicht. Keine Hindernisse außer einer halben Million Menschen und dem seit Tagen vorbereiteten Feuerwerk beim Lincoln Memorial.

Die Ruhe in der Kanzlei am Independence Day ist unvorstellbar. Gerade richtig für die schwere Frage: Wie schützt man nachträglich am schnellsten und effizientesten europäische Geschäftsgeheimnisse vor einem Zugriff des Wettbewerbers im Rahmen eines amerikanischen Vergabeverfahrens? Etwas spät für ein Confidentiality Agreement. Das kann man nicht nachreichen. Also ein Thema für eine Diss. auf einen Tag komprimiert. Und doch winzig im Vergleich zur Declaration of Independence.


Mittwoch, den 04. Juli 2007

Alles geschlossen, Parks übervoll  

.   Von Feiertagen lassen sich Kanzleien nicht beeindrucken. Zu den wenigen Ausnahmen zählt der Unabhängigkeitstag. Da setzt man sich höchstens um 21.10 Uhr an den Schreibtisch, um den Blick auf das Feuerwerk auf der National Mall zwischen Kapitol und Potomac zu werfen.

Der riesige Park mit Ministerien und Museen an den Süd- und Nordflanken entlang der Constitution Avenue und der Independence Avenue, den Gesetzgebern im Osten und dem Hauptsitz der Exekutive im Westen sowie Gerichten der ersten Instanz, Berufungsgerichten und Oberstem Bundesgerichtshof in der Nähe sollte ein Paradies für Juristen sein, doch am 4. Juli gehört er den Menschenmassen, die aus dem ganzen Land anreisen.

In anderen Parkanlagen der Region wird ebenfalls gefeiert - und da entdecken die Parkverwaltungen Probleme. Sie sind nicht auf Feiertage der iranischen, koreanischen oder bolivianischen Immigranten eingerichtet. Erst allmählich lernen sie, wann der Verkehr nach fremden Kalendern geregelt oder portable Toiletten für Gäste bereitgestellt werden müssen, mit denen sie sich kaum verständigen können.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.