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Freitag, den 24. Sept. 2010

Stelle wegen Rasse versagt?  

TCD - Washington.   Die Klägerin bewarb sich bei der Beklagten um eine Stelle und hinterließ bei dem Service Center Manager einen positiven Eindruck. Er wollte sie anstellen und bat seinen Vorge­setzten um Erlaubnis, der jedoch die Einstellung der Klägerin wegen ihrer dunklen Hautfarbe als proble­matisch ansah.

Dennoch teilte man der Bewer­berin mit, sie sei eine der besten Kandi­datinnen. Die Personal­abteilung veran­lasste darauf­hin eine Zuver­lässigkeits­über­prüfung und erfuhr, dass die Klägerin wegen mehrerer Diebstähle straf­fällig geworden war.

Eine Einstellung der Klägerin erfolgte nicht. Mit ihrer Klage begehrte sie die Fest­stellung, dass die Beklagte aus rassistischen Gründen ihre Einstellung verweigert habe.

Das Bundes­berufungs­gericht für den achten US-Bezirk entschied am 22. September 2010 in Sachen Hollins v. Con-Way Freight, Inc., Az. 09-2926, wie folgt:

Die von der Klägerin vorge­tragenen Tatsachen würden keinen Beweis einer direkten Rassen­diskri­minierung darstellen. Möglicher­weise sei die Einstellung nicht erfolgt, weil die Klägerin die Zuverlässigkeits­überprüfung nicht bestanden habe. Die Klägerin habe nicht nachweisen können, dass ein Zusammen­hang zwischen der angeblichen Diskrimi­nierung und der Entscheidung der Beklagten, die Klägerin nicht einzustellen, bestanden habe.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.