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Dienstag, den 12. Febr. 2013

Rechtsanwalt als Schiedsrichter  

Indirekter Mandantenbezug bedenklich
.   Die Anerkennung eines Schiedsspruchs rügte die unterlegene Partei in New York City. Sie hielt einen Schiedsrichter für befangen, weil seine Kanzlei eine Gesellschaft mit einer Minderheitsbeteiligung an der Schiedsgegnerin vertritt. Die Klägerin beklagte die evident Partiality des Rechtsanwalts als Schiedsrichter.

Das Bundesberufungsgericht des zweiten Bezirks der USA klärte den Anwalt von dem Vorwurf der Befangenheit. Dieser hatte bei seiner Wahl den potentiellen Konflikt offengelegt, keine Schiedspartei war Mandantin der Kanzlei, und die gesellschaftsrechtliche Beziehung enthielt keine Kontrollrechte für die Mandantin über die Partei.

Im Fall NCG Network Asia v. PAC Pacific Group International wandte das Gericht seine Präzedenzfälle nach dem Federal Arbitration Act auf den Rechtsanwalt und die Schiedsorganisation American Arbitration Association an. Es erörterte in seinem Beschluss vom 11. Februar 2013 auch die Einwendungen manifest Disregard of the Law, undue Means und Denial of Discovery.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.