• • Hersteller darf Großhändler Kunden nehmen • • Unbezahltes Praktikum oder zu vergütende Anstellung? • • Deutscher Datenschutz im US-Gericht: Amicus Brief • • Theoretischer Felgenbruch: Kein Sammelklagerecht • • Frieden mit Rebellen nicht vor Gericht einklagbar • • Wunschzettel-Klage nach unerwünschter PR für Straftäter • • Gerichtsstandsklausel unvorteilhaft, doch wirksam • • Recht auf anonyme Rede und Identitätsschutz nach Urteil • • Neueste Urteile USA

Freitag, den 29. März 2013

Mandatsniederlegung zulässig  

TAS - Washington.   Ein Anwalt will sein Mandat gegenüber einem Unternehmen niederlegen, weil es sein Honorar nicht bezahlt und verkündet, für den zukünftigen Prozess kein Geld zu haben. Der Richter verbietet die Niederlegung, solange kein anderer die Vertretung übernimmt oder der Mandant ein Versäumnisurteil hinnimmt.

Nach genereller Common Law-Regel müssen Körperschaften vor Bundesgerichten anwaltlich vertreten sein. Das Bundesberufungsgericht für den dritten Bezirk der USA entschied aber am 26. März 2013 in dem Fall Erie Molded Plastics Inc. v. Nogah, LLC, dass eine Mandatsniederlegung in diesem Fall zulässig ist.

Das Gericht in Philadelphia leitet seine Zuständigkeit aus der Collateral Order Doctrine ab, die eine Berufung auch für Gerichtsentscheidungen, die kein finales Urteil sind, zulässt. Die Bundesrichter begründen ihre Entscheidung damit, dass die Vertretung durch gerade diesen Anwalt keinen wichtigen Zweck erfüllt und eine Niederlegung des Mandats keinen Nachteil für die gegnerische Seite bedeutet. Falls der Mandant jedoch im Ausland sitze, so sei eine Mandatsniederlegung aufgrund der Kommunikationshürden eher unzulässig, merkten sie an.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.