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Samstag, den 25. Mai 2013

Begrenzte Auflage durch Kopie entwertet  

New Yorker Fotorecht schützt Sammler unzureichend
.   Das Kunstgesetz des Staates New York gebietet für limited Editions, dass die Zahlen auf den Werken stimmen. 4/20 bedeutet, dass 20 Exemplare gefertigt wurden und dieses Werk das vierte der Serie ist.

Doch darf der Künstler später weitere Auflagen anfertigen, jedenfalls wenn sie in Aufmachung und Herstellung von der ersten abweichen, entschied das Bundesgericht in New York City am 28. März 2013 im Fall Sobel v. Eggleston in einer 20-seitigen Begründung. Ein Fotoinvestor verklagte einen Fotografen, der eine zweite Serie aufgelegt hatte, wegen der Entwertung der ersten Werke.

Das Gericht prüfte den einzelstaatlichen New York Arts and Cultural Affairs Act sowie Ansprüche aus betrügerischer und fahrlässiger Täuschung, nebst weiteren Behauptungen. In Format und Herstellung wich die zweite Serie von der ersten Auflage ab. Über die Werke kann der Fotograf nicht getäuscht haben, und das Gesetz verlangt nur, dass die Zahl der jeweiligen Auflagen mehr oder weniger stimmt. Nachfolgende Auflagen verbietet es nicht.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.