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Freitag, den 04. Okt. 2013

Kindesentführung und Prozessrecht  

PZ - Washington.   Muss eine Fluggesellschaft beim Boarding auf Warnanzeichen hin prüfen, ob ein Passagier ein Kind entführt, und was weist der Airline Deregulation Act eigentlich alles der Bundesgesetzgebungskompetenz zu? Mit diesen sowie weiteren Zuständigkeitsfragen im Zusammenhang mit dem Domicile einer Person beschäftigt sich das Bundesberufungsgericht des ersten Bezirks der USA in Boston im Fall Bower vs. EgyptAir Airlines Co. am 2. Oktober 2013.

Der United States Court of Appeals for the First Circuit stellte klar, dass sich die Ansässigkeit, das Domicile, von Kindern nach der des Sorgeberechtigten richtet und generell dort begründet ist, wo eine Person sich befindet und wo sie plant sich länger aufzuhalten - auch wenn sie flüchtig oder entführt ist.

Zudem stellte das Bundesberufungsgericht fest, dass bezüglich der Überprüfungspflichten von Airlines beim Check-In der Grundsatz Bundesrecht bricht Landesrecht gilt, mithin also der Airline Deregulation Act bundesstaatliche Schadensersatzansprüche ausschließt.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.