• • Wandelanleihe gewandelt und Unternehmen ruiniert • • Zeugin im Glück: Kosten der verpatzten Vernehmung • • €1,5 Mio. Gehaltszuschuss bewirkt US-Gerichtsbarkeit • • Verwendung von Marken Dritter: Wetten und Bahnen • • Trotz $25000 Strafe klagt Wutkläger erneut • • Untreuer Vertreter mit Immunit√§tsanschein • • Verbotene Vertragsauslegung: $10 = $20 oder 10USD? • • Immunität der BRD im US-Gericht • • Neueste Urteile USA

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Mittwoch, den 11. Dez. 2013

Anwaltspost: 2 EMails, 5 Jahre Haft  

.   Die Mens Rea klärt die Bostoner Begründung im Strafprozess U.S. v. Clemens. Clemens schrieb im Zivilprozess um seine rechtswidrige Vorverhaftung und -verurteilung zu sechs Monaten Haft wegen Betretens fremden Grundbesitzes, Trespass, zwei furchteinflößende EMails an den Gegenanwalt und die Stadtverwaltung.

Da die EMails Staatengrenzen überquerten, wurden sie nach 18 USC §875 Bundessache. Da sie Übles androhen, folgte die Verur­teilung zu fünf Jahren Haft. Clemens verteidigt die Texte als schlechten Witz. Die Art der Drohungen macht eine gründ­liche Analyse als true Threat erforderlich, und das Bundes­berufungs­gericht des ersten Bezirks der USA ist ihr am 10. Dezember 2013 im lesenswerten Beschluss gewachsen. Beispiele aus der zitierten Korrespondenz vermitteln, warum der subjektive Tatbestand so wichtig wurde:
I believe you are playing a dangerous game, a very dangerous game. I have every hunch someone is going to get hurt. At this point [years of police/court bullshit, and your crap], I'm rather hoping someone will [deserving it, of course]. …
Have you ever been punched in the face? Well, I was, at PCCH, … and now, frankly, I rather hope you experience that same thrill someday, figuratively or otherwise, maybe even see one of your "clients" go to prison, you get disbarred, "taken to a chop shop on Staten Island", whatever.…
One way or another, I will have my day in court or the back alley [hint, hint, veiled threat potential here].…
Yeah, go ahead and call the FBI and say something like "Oh, Mr. Clemens [']threatened me['] in an email last night". Yeah, right.…
You, at this point, I assure you, will get what you deserve. Pow! Bang! Splat! I really, truly and sincerely wish you were dead.…
Oh, how I wish a 10-ton I-beam would fall on you, O'Hara, Rooney and Shelly right now. Splat! Boy, would I love to see that! … AaO I.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.