• • Zeugin im Glück: Kosten der verpatzten Vernehmung • • €1,5 Mio. Gehaltszuschuss bewirkt US-Gerichtsbarkeit • • Verwendung von Marken Dritter: Wetten und Bahnen • • Trotz $25000 Strafe klagt Wutkläger erneut • • Untreuer Vertreter mit Immunitätsanschein • • Verbotene Vertragsauslegung: $10 = $20 oder 10USD? • • Immunität der BRD im US-Gericht • • Schiff auf Riff - Tod auf Schulausflug: Kausal? • • Neueste Urteile USA

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Freitag, den 12. Dez. 2014

Ungesunder Syrup: Design-Produkthaftung  

.   In New York City wehrte ein Syrup-Hersteller eine Produkt­haftungs­klage eines Kindes, das Diabetes entwickelt hatte, erfolgreich ab. Vertreten wurde das Kind durch die besorgten Eltern, die die Erkrankung auf den Syrup­verzehr zurück­führten. Die Begrün­dung der Abweisung vom 11. Dezember 2014 erklärt lehrreich zwei Punkte.

Das Bundesberufungsgericht des zweiten Bezirks der USA bestimmte im Fall S.F. v. Archer Daniels Midland Co., dass die Klage eine bessere Alter­native aufzeigen müsse, wenn die Produkt­haftungs­klage einen Design­fehler behaupte. Der Kläger tat und konnte das nicht. Als einzige Alter­native komme ein Verkaufsverbot in Frage, das jedoch keine zulässige Rechts­folge seiner Ansprüche darstelle.

Außerdem ging das Gericht in seiner kurzen Begründung auf die Frage der Klage gegen einen Markt­teil­nehmer ein, wenn ein Produkt von zahlreichen Herstellern angeboten wird. Als Ausnahme vom Kausalitäts­erfordernis kann die Market-Share Liability Theory die Klage gegen nur einen vom Kläger ausge­wählten Anbieter zulassen. Sie ist hier nicht anwendbar, schreibt das Gericht.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.