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Donnerstag, den 10. Sept. 2015

Zu schlauer Steueranwalt muss $200.750 nachzahlen  

.   Etwas zu klever oder zu geizig war der Steuer­anwalt, aber seine Misere dient als lehr­reiche Gedan­kenanre­gung. Er brachte seine Kanz­lei in eine AG ein, die den Partner­schafts­status als S Corporation wählte, um eine Kör­perschafts­besteue­rung zu vermei­den. Die Aktien der Kanzlei brachte er in einen Pensions­plan ein, der nur bei seiner Auflö­sung besteu­ert wird. Effek­tiv konnte er langfristig mit null Steuern rechnen.

Das funktionier­te, bis der Kongress das Steuer­recht änderte und am 9. Septem­ber 2015 in Law Office of John H Eggertsen v. Commissioner of Internal Revenue das Bundes­berufungs­gericht des sechsten Bezirks der USA in Cin­cinna­ti gegen ihn ent­schied. Der Anwalt hatte nach der Gesetzes­ände­rung nicht die Forderung nach breiter Streuung der Aktien im ESOP-Plan beachtet.

So sollen zahlreiche Mitar­beiter begünstigt werden, verlangte der Kongress, nicht nur die Füh­rungs­kräfte. Weil der Anwalt das gesetzliche Streu­ungsziel nicht er­reichte, muss er nun eine Steuer­strafe von 50% des Aktien­werts, $200.750,00, hinnehmen.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.