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Dienstag, den 02. Mai 2017

Immunität von Staaten gestärkt  

.   Der Oberste Bundesgerichtshof der USA stärkte am 1. Mai 2017 in Bolivarian Republic of Venezuela v. Helmerich & Payne Int'l Drilling Co. die Immunität frem­der Staa­ten vor US-Ge­rich­ten. Die ihm vor­ge­leg­te Klage legt glaub­haft, doch noch un­be­wie­sen, eine völkerrechtswidrige Ent­eig­nung durch die be­klag­te Republik dar, und das Bundes­berufungs­ge­richt des Haupt­stadt­be­zirks in Washington, DC, hat­te dies als aus­rei­chend für den Ent­zug der völker­recht­lich ga­ran­tier­ten Staatsimmunität be­ur­teilt, so­dass ein US-Gericht aus­nahms­wei­se sei­ne Ge­richts­bar­keit über den frem­den Staat aus­üben dürf­te. Das kann auch Deutschland tref­fen, sie­he Kochinke, Immunität der BRD im US-Gericht.

Der Supreme Court wies den als zweithöchstes Gericht der USA bekannten United States Court of Appeals for the District of Columbia Circuit in sei­ne Schran­ken. Das die­se Ge­richts­bar­keit ein­räu­men­de Bun­des­ge­setz, der Foreign Sovereign Im­mu­ni­ties Act, ori­en­tier­te sich ur­sprüng­lich an den stren­gen Vor­ga­ben des Völ­ker­rechts, die nur in we­ni­gen Um­stän­den einen Staat über die hoheitlichen Akte an­de­rer Staa­ten ur­tei­len las­sen. Das gilt auch für Ent­eig­nungs­akte.

Später dehnte der Kongress den FSIA im Rah­men seiner Ter­ror­ge­setz­ge­bung aus, doch blei­ben Staa­ten an­sons­ten bei ho­heit­li­chen Akten weit­ge­hend ge­schützt. Staa­ten sollen nicht einmal minimal dem Klagerisiko im Ausland aus­ge­setzt sein:
What happens in a case where the party seeking to rely on the ex­pro­priation exception makes a nonfrivolous, but ul­ti­ma­te­ly in­cor­rect, claim that his property was taken in violation of international law?
In our view, a party's nonfrivolous, but ultimately incorrect, argument that property was taken in violation of international law is insufficient to confer jurisdiction. Rather, state and federal courts can maintain jurisdiction to hear the merits of a case only if they find that the property in which the party claims to hold rights was indeed "property taken in violation of international law." Put differently, the relevant factual allegations must make out a legally valid claim that a certain kind of right is at issue (property rights) and that the relevant property was taken in a certain way (in violation of international law). A good argument to that effect is not sufficient. AaO 5.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.