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Dienstag, den 05. Dez. 2017

Frieden mit Rebellen nicht vor Gericht einklagbar  

.   Rebellen schlossen einen Friedensvertrag mit ihrer Re­gie­rung. Fraglich ist, wer ihn durchsetzen kann. In ihrer Not wenden sich die Klä­ger in Jimenez v. Columbian State an das Bun­des­ge­richt der Hauptstadt Wa­sh­ing­ton und verlangen, dass es die Friedenspflicht prüft und durchsetzt - ge­gen eine Regierung im Ausland. US-Gerichten wird oft unterstellt, sie würden die Ge­richts­bar­keit usurpieren. Doch am 30. November 2017 entschied der United Sta­tes District Court for the District of Columbia sua sponte für die Abweisung der Klage mangels Zuständigkeit. Eine sach­li­che Zuständigkeit kann nur aus dem Foreign Sovereign Immunities Act folgen, und dafür gibt die Klage nichts her:
Plaintiffs ask the court to "study and evaluate this case." …
Federal courts in the United States are courts of limited jurisdiction and have the power to hear a case only if the court has subject-mat­ter jurisdiction to do so. See Arbaugh v. Y&H Corp., 546 U.S. 500, 513 (2006). Here, the court knows of no ground on which it can en­for­ce the peace treaty in question. Indeed, at least with respect to for­eign states or their agents and instrumentalities, subject-matter ju­ris­dic­ti­on only can arise under the Foreign Sovereign Immunities Act, 28 U.S.C. 1602 et seq. Argentine Republic v. Amerada Hess Shipping Corp., 488 U.S. 428, 434 (2014). Plaintiffs have cited no applicable ex­ception under the FSIA, see 28 U.S.C. §§ 1605(a), 1605A, to the ge­ne­ral pre­sumption in favor of immunity of a foreign sovereign, and the court can discern no­ne from their pleading.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.