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Freitag, den 13. Okt. 2006

Warum gewaltsam?  

.   Wieder wird eine entführte Studentin gesucht, und wieder wird gefragt, warum die Männer gleich zum Mord greifen, wenn sie nachts um zwei ein Mädchen auf der Straße küssen wollen. Niemand weiß die Antwort. Vielleicht liegt es daran, dass alles pönalisiert wird. Der Dreikäsehoch fliegt wegen des einvernehmlichen Kusses aus dem Kindergarten und muss seine Tat sein Schul- und Uni-Leben lang bei Bewerbungen offenlegen. Der Angetrunkene, der die Studentin ungefragt küsst, hat Angst, dass er nun als Sextäter im Internet verzeichnet wird, und meint sich zu erinnern, dass Mord oft nur zwei Jahre Knast bringt. Politiker wissen, dass das Hochschrauben von Strafandrohungen - nicht nur im Sexrecht - in manchen Kreisen Wähler garantiert. Wenn der Mord billiger wird als der Kuss und Alkohol nicht entlastet, sondern belastet, wundern tragische Fehlentscheidungen der Täter nicht. Führt die Unverhältnismäßigkeit der Strafen zu extremen Taten?







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.