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Sonntag, den 02. Mai 2010

Grenzen der Kausalität  

.   Mississippi ist weltweit berüchtigt für die strenge Haftung von Unternehmen und den lockeren Umgang mit den Grenzen des Rechts, wenn es um die Zumessung von Schadensersatz geht. Wenn Grenzen erkennbar werden, freut sich nicht nur der Jurist.

Als ein Gaslaster auf der Autobahn umfiel und diese gesperrt wurde, starb der Erblasser in Sachen Clark et al. v EPCA Inc. et al., Az. 09-60653, im Stunden später geschehenen Stauunfall zwischen zwei Lastwagen. Haftet dem Nachlass der Halter der Gaslasters aus unerlaubter Handlung, Tort?

Das Bundesberufungsgericht fünften Bezirks der USA entschied am 29. April 2010 wegen fehlender Sorgfaltspflicht und zu entfernter Kausalverbindung zugunsten des Halters. Eine Sorgfaltspflicht konnte wegen der Entwicklung zwischen dem ersten Unfall, der Staufolge und dem Auffahrunfall nicht entstehen, weil diese Folgen für den Halter des Gaslasters nicht angemessen vorhersehbar waren. Dessen Beitrag zur unfallbegünstigenden Gesamtsituation reicht nicht zur Haftung für später, selbständig entstandende Folgen.


Sonntag, den 02. Mai 2010

Getwittertes Fallrecht: USA  

.   Aus den Bundesgerichten
Grenzen der Kausalität gibt es selbst in Mississippi, Clark v. Epco, Inc., 5th Cir. USA, 30. April 2010, http://bit.ly/b9JU1J

Blinden- und Taubendiskriminierung im Kino, State of Arizona v. Harkins Amusement Enterprises, 9th Cir., 30.4.2010, http://bit.ly/bVqmc5

Haager Kindesübereinkunft, Nicolson v. Pappalardo, 1st Cir. USA, 30. April 2010, http://bit.ly/9ufx2G

Schiedsspruch, ultra vires, Bundesluftfahrtrecht bricht Landesrecht, Ventress v. Japan Airlines, 9th Cir., 30.4.2010, http://bit.ly/afROYM

Polizist, Fingerspitzengefühl, Minderjährigkeit, Missbrauch, Klage, Romano v. Young, 3rd Cir. USA, 30. April 2010, http://bit.ly/aupWll








CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.