• • Entfernen von Foto-Metadaten im Urheberrecht • • Interne Korruptions-Compliance-Verfahren offengelegt • • Fair Use im Markenrecht: Marke haftungsfrei genannt • • Aussagen von Staaten zum eigenen Recht anfechtbar • • Datenverlust kann Haftung auslösen, bestimmt Revision • • Datenschutz im US-Prozess als Ausnahme • • Kostentragungsregel im amerikanischen Lizenzvertrag • • Steht Grellgrün für Ohrenstöpsel? • • Neueste Urteile USA

Samstag, den 13. Dez. 2014

Inzucht am Supreme Court, Kriminalisierung des Lebens  

Polizei als Kampfroboter - willfährige Anwälte
.   Auch wer wie der Verfasser am Supreme Court in Washington, DC, zugelassen ist, schickt heutzutage zum Plädieren meist andere vor. An diesem Samstag ist die Inzucht am Supreme Court ein großes Thema:The Echo Chamber. Die neun Richter halten sich Praktikanten, die zyklisch zu Kanzleien wandern, die seit den 90-er Jahren in Plädoyers vor denselben Richtern dominieren. Die Richter hören also immer dieselben Meinungen, und die Anwälte tragen nicht mehr unabhängig vor, sondern konzentrieren sich auf die ihnen vertrauten persönlichen Vorlieben der Richter.

Heute veröffentlichte Statistiken zeigen, dass die Richter Jura­absolventen ganz weniger Univer­sitäten rekru­tieren und die Absolventen - wie sie selbst - überwiegend männ­lich und weiß sind, sodass ihr Gruppenhorizont kaum noch vom Durchs­chnitts­amerikaner geprägt ist.

Diese Kritik kollidiert in derselben Woche mit einer harten Kritik von George Will an der Kriminalisierung des Lebens in Amerika: Eric Garner, criminalized to death. Ungeduldige und ideenlose Gesetzgeber flüchten sich in popu­listische Gesetze mit immer neuen Verhaltens­vorgaben, an die sie gedan­kenlos Straffolgen knüpfen. Zwei Drittel der Amerikaner begehen daher laufend und unwissend schwere Straftaten - das Netz ist so dicht geworden! Gleichzeitig verfolgt der Supreme Court eine unkritischere Haltung gegen­über solchen Gesetzen, sodass der gefährliche Kreis kaum gebrochen werden dürfte. Dazu passt die militari­sierte Polizei: visuell oft kaum noch Freund und Helfer, sondern Kampfroboter.

Disclaimer: Tommy the Cork, der Gründer der Kanzlei des Verfassers gehörte ebenfalls zu dieser Klasse von Anwälten und ging nicht nur zum Kaffeetrinken zu seinen ausbildenden Richtern, sondern sprach dabei auch aktive Fälle seines neuen Chefs, President Roosevelt, an. Dies löste einen Skandal und wichtige Änderungen im Prozedere aus.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.