CK - Washington. Das Bundesgericht in Providence, Rhode Island, erließ am Montag ein Versäumnisurteil gegen Palestina und die Palestine Liberation Organization über einen Schadensersatzbetrag von $116 Mio. Derselbe Betrag war den Angehörigen einer amerikanisch-israelischen Familie gegen die Hamas-Bewegung zugesprochen worden, die dasselbe Gericht für den Mord an der Familie in Israel verantwortlich machte. Palestina und die PLO sollen nach dem neuen Urteil die Verantwortung für das Urteil gegen die Hamas übernehmen.
Da die Anknüpfungspunkte an die US-Gerichtshoheit lediglich die Staatsangehörigkeit eines ermordeten Familienmitglieds und der Kanzleisitz des Klägeranwalts zu sein scheinen, folgt dieses Urteil nicht dem Trend, den der Oberste Bundesgerichtshof der Vereinigten Staaten für Klagen ohne Tatsachenbezug zu den USA jüngst aufgezeigt hat. Außerdem ist den
Nachrichtenberichten zum Fall Yaron und Efrat Ungar kein Anhalt für eine Ausnahme vom Staatensouveränitäts- und -immunitätsrecht des Foreign Sovereign Immunity Act zu entnehmen, den das Gericht im Rahmen seiner Zuständigkeitsermittlung von Amts wegen prüfen muss. Erst nach einer Veröffentlichung der Entscheidung oder im Berufungsverfahren werden sich die resultieren Fragen klären lassen. Versäumnisurteilen fehlt erfahrungsgemäß eine Begründung, obwohl in besonderen Fällen, beispielsweise bei nachfolgender Anerkennung und Vollstreckung im Ausland, das Gericht eine Spezifizierung der zugesprochenen Schadensersatzsummen -und typen vornehmen kann.