Tragödie oder Komödie
CK • Washington. Katastrophale Auswirkungen befürchten Befürworter eines alle Sünden vergebenden Einwanderungsgesetzes, HR. 4437, S. 2611. Die Diskussion zum heiklen Thema läuft oft Hochtouren.
Die Bibel belege, dass seit dem alten Testament die Souveränität der Staaten gottgewollt sei, mithin niemand ungestraft über Grenzwälle springen dürfe. Der Turmbau zu Babel beweise, dass Jesus jedem Volk seine eigene Sprache zuweisen wollte und daher die Verfassung der USA so anzupassen sei, dass fremde Sprachen in der Öffentlichkeit unvernehmbar werden. Was heute im Radio oder Sektenfernsehen, doch selbst in reputablen Programmen verzapft wird, ist nicht zu fassen.
Andere meinen, die religiösen Gruppen müssten nun von den Republikanern auf die Demokraten umschwenken, da Bush der Illegalität das Wort rede, indem er eine Amnestie plane und behaupte, die geplante Reform sei keine Amnestie.
Während dessen verzichten Honduraner und Nikaraguaner auf die Verlängerung ihrer am 1. Juni auslaufenden Sondervisen. Sie glauben an ein Machtwort des Präsidenten, der ihnen seinen Schutz versprochen hat. Dabei vergessen sie, dass 2006 ein Wahljahr ist und Reformen in der Regel jahrelang im Kongress vorbereitet werden. Bush fehlt die Macht eines Diktators und ist kein Jesus, der Wunder wirkt, auch wenn er sie versprechen sollte.
Dabei geht die Debatte um den Film DaVince Code fast unter, die uns die vergangenen Tage ständig unter die Nase gerieben wurde: Meinungsfreiheit, Geschichtsverfälschung und vielerlei mehr. Nur die katholische Kirche ist aus dem Schneider. Für sie sprechen Einsichtige, die die Bibel nicht als Biologiebuch, politisches Vademecum oder Geschichte der Geschichte ansehen, sondern als Glaubenswerk. Extremisten können andere Auffassungen vertreten, und so stellen sie sich auch dar: extrem.