• • Amerikanische Staatsbürgerschaft ohne Wahlrecht • • USA-Recht für Jedermann: Kapitel 3 • • Merkmale der Erledigungserklärung am Vertragsende • • Sicherheitsnorm vertraglich durchsetzen • • Verbraucherschutz für Internet-Bewertungen • • Datenschutz kommt langsam in US-Staaten voran • • Des Handelsvertreters Wettbewerbsverbot in den USA • • Trump kritisiert, unterzeichnet Russland-Sanktionen • • Neueste Urteile USA

Freitag, den 08. Febr. 2013

Amerikanisches Recht gibt es nicht  

.   Wer amerikanisches Recht studiert hat, weiß, dass der Begriff amerikanisches Recht wenig taugt. Aus Kolonien wurden Staaten, als die USA unabhängig wurden. Als sie eine Bundesverfassung schrieben, blieb das Recht der Kolonien das geltende Recht, und der Bund erhielt auch ein paar Kompetenzen.

Nach der Weltwirtschaftskrise usurpierte er mehr Macht, und 1937 gewährte der Supreme Court sie ihm. Doch die einzelnen Staaten geben weiterhin das Vertragsrecht, Strafrecht und fast alles vor, was den Durchschnittsbürger berührt. Wer das weiß, genießt die wohlformulierte Urteilsbegründung im Fall Matthew Thomas v. UBS AG vom Bundesberufungsgericht des siebten Bezirks.

Die Sammelkläger verklagen eine schweizerische Bank nach dem Recht von vier Staaten, schweizer Recht kann auch in Betracht kommen, und ein bundesrechtliches Common Law liegt ebenfalls im dogmatischen Einzugsbereich ihrer Klage. Damit setzt sich das Gericht in Chicago am 7. Februar 2013 gelehrt auseinander. Ein bundesrechtliches Common Law gibt es genauso wenig wie ein amerikanisches Recht, erfährt auch der Leser, der dieses nie studiert hat.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.