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Dienstag, den 09. Sept. 2014

Anwältin haftet für Mahnung  

.   Als Anwalt sollte man die Finger vom Verbraucherinkasso lassen, lehrt anschaulich der Fall Pollard v. Law Office of Mandy L. Spauldi zum bundes­rechtlichen Fair Debt Collection Practices Act in 15 USC §1692. Ursprünglich sollte das Gesetz Knochenbrecher in die Schranken verweisen, doch hielten es immer mehr Gerichte für anwendbar auf Rechtsanwälte.

Eine juristisch sauber formulierte Zahlungs­aufforderung, die auch der jüngste Landrichter verstehen kann, entspricht nicht den Voraus­setzungen des Gesetzes. Es soll nämlich den dummen, unerfah­renen und ahnungs­losen Verbraucher schützen, selbst wenn die Mahnung gerissene Betrüger anspricht.

Die einzelnen Zielrichtungen des Gesetzes erklärte das immer eloquente Bundes­berufungs­gericht des erstens Bezirks der USA in Boston am 8. September 2014, als es die Schadens­ersatz­haftung einer Inkasso­anwältin bestätigt. Auch ausländische Anwälte, die Schuldner in den USA verfolgen, sollten den Revisions­beschluss zur Vermeidung einer Haftung ebenso wie die Gesetzes­bestimmungen lesen.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.