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Sonntag, den 25. Dez. 2016

Corporation baut Mist - haften Gesellschafter?  

.   Am Bau kann immer etwas schief laufen; so war es auch in Kelleher v. Dream Catcher LLC. Doch sollen die Ge­sell­schaf­ter der Bau­firma per­sön­lich für den Mist haf­ten? Am 23. De­zember 2016 er­ör­ter­te die Rechts­grund­lagen von Al­ter Ego Lia­bi­li­ty und Pier­cing the cor­po­rate Veil nach seiner Schlüs­sig­keits­prü­fung in Wash­ing­ton, DC, das Bun­des­ge­richt der Haupt­stadt unter Ver­weis auf die Prä­zedenz­fäl­le, die die ge­sell­schafts­recht­liche Haf­tungs­be­schrän­kung auf das Vermögen der Corpo­ration als Regel­fall be­zeich­nen:
"[a] corporation is 'viewed as a distinct entity, even when it is whol­ly ow­ned by a sin­gle in­di­vi­dual,'" and … "the law takes se­rious­ly the for­mal line bet­ween a cor­pora­tion and a na­tu­ral per­son, even when the cor­pora­tion is, in ef­fect, a one-per­son firm." Nat'l Sec. Coun­se­lors v. CIA, 811 F.3d 22, 31 (D.C. Cir. 2016)…
And the Supreme Court has observed that "[o]ne-person cor­po­ra­ti­ons are autho­rized by law and should not light­ly be la­beled a sham." Nel­son v. Adams USA, Inc., 529 U.S. 460, 471 (2000). AaO 2.
In diesem Fall hatten die Kläger die Verantwor­tung für den be­haup­te­ten Murks den Ge­sell­schaf­tern vor­ge­wor­fen, weil sie unter der­sel­ben An­schrift wie die Ge­sell­schaft an­säs­sig sind. Das reicht nicht für eine schlüs­sige Kla­ge. Die Nicht­be­ach­tung der Ge­sell­schafts­form, die Ver­wi­schung der na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Iden­ti­tä­ten, die Ver­mi­schung von Kon­ten: das sind Merk­male bei­der Durch­griffs­haf­tungs­grund­la­gen. In der Kla­ge fand sich kei­ne Spur da­von. Da­her kann sie nicht schlüs­sig sein und ist ab­zu­wei­sen.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.