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Montag, den 17. April 2017

Immunität der BRD im US-Gericht  

.   Auch der United States District Court for the District of Co­lum­bia in Washington, DC, muss die Immunität der Bundesrepublik Deutsch­land nach dem Foreign Sovereign Immunities Act und des Wiener Über­ein­kom­mens von 1961 respektieren, doch in Philipp v. Federal Republic of Germany un­ter­schied er zwischen verschiedenen Anspruchsgrundlagen und schnitt ihr die Im­mu­ni­täts­einrede teilweise ab.

Der Fall darf sofort an das sogenannte zweithöchste Gericht der USA, das Bun­des­berufungsgericht im District of Columbia, gehen. Er betrifft behauptete Ent­eig­nun­gen durch das Nazi-Reich, für die die Bundesrepublik trotz Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen und der Einrichtung eigener Verwaltungsverfahren auch vor dem US-Ge­richt haften soll. Das Gericht differenzierte am 31. März 2017 so:
[T]he Court GRANTS Defendants' request that the Court dismiss five non-property based claims because Defendants are entitled to so­ve­reign immunity on the following claims: fraud in the in­duce­ment …; breach of fiduciary duty …; breach of the covenant of good faith and fair dealing …; civil conspiracy …; and tortious in­ter­fe­ren­ce …. The Court DENIES Defendants' request for dismissal on the remaining five claims: declaratory relief …; replevin …; con­ver­si­on …; unjust en­rich­ment …; and bailment …. Specifically, the Court finds that Plain­tiffs have sufficiently pled these five claims under the ex­pro­pri­a­tion exception to the FSIA pursuant to 28 U.S.C. § 1605(a)(3). The Court further finds that these five claims are not preempted or non-jus­ticiable, nor should they be dismissed under the doctrine of fo­rum non conveniens. AaO 42.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.