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Sonntag, den 03. März 2013

Igitt, Hitlers Sex im psychologischen Profil  

Deutsche von Hitler nach Strich und Faden beschissen
.   Nachdem ein großer deutscher Jurist auf den Gedanken kam, dass auch alte amerikanische Geheimakten öffentlich werden sollten und er in den Archiven Washingtons erfolgreich wird, erscheint 2013 das psychologische Profil Hitlers als EBook: Hitlers Sex gleich auf Deutsch und Englisch als das gemeinsam von Prof. Benno Heussen und John David Morley herausgegebene Werk.

Nach der wissenschaftlichen, doch auch Drama und Distanz der Profilzeugen dokumentierenden Einführung in den militärischen Bedarf für die vom OSS in den USA erstellte Analyse findet der Leser bald die Berichte von Zeitzeugen und Folgerungen über die Perversionen Hitlers, die sich in diesem Profil aus seiner eigentümlichen Einstellung zum Sex ableiten.

Hitlers Neurosen strahlen leider auch auf sein geliebtes Deutschland und gehasstes Österreich aus, lassen ihn den moralischen Morast seiner intimsten Anhänger ignorieren, und treiben den Leser zur Frage, warum die Deutschen nicht bereits 1943 - oder ob vielleicht doch, und dann mit welcher Wirkung? - über die für die ganze Welt fatale Disposition aufgeklärt wurden.

Zweifel an Hitlers Eignung hätten bei Kenntnis seiner Vorlieben - oder auch nur der reihenweisen Selbstmorde seiner Freundinnen - vielleicht Zorn und Zahl seiner offenen Gegner in Deutschland anschwellen lassen, und die Geschichte hätte spät, aber nicht für alle zu spät eine andere Wendung nehmen können.

Ob Informationen über Hitlers Beziehungsleben eine Empörung hätte schaffen können, die angesichts Holocaust- und Kriegsgreueln ausblieben, ist jedoch eine müßige, unverhältnismäßige Frage. Die Erschütterung, die Westdeutschland bei den ersten Fernsehausstrahlungen dieser Greuel in den sechziger Jahren ergriff, wäre nicht intensiver ausgefallen, wenn die Geheimstudie, die um die selbe Zeit schon von einer amerikanischen Zeitung aufgegriffen wurde, weltweit enthüllt worden wäre. Ob die neuen Bücher wenigstens späten Anhängern des Diktators die Augen öffnen?

Dies ist noch keine Rezension, denn dieser Leser findet Hitlers Sex - inhaltlich, nicht sprachlich - so schwer zu verkraften, dass der Lesefluss an Empörung leidet. Andererseits ist das Werk in beiden Sprachen höchst empfehlenswert. Dieser Leser ist bei der noch nicht abgeschlossenen Lektüre auch durch seine Mitwirkung als Prozessgutachter für den US-Bund an der Klärung des Eigentums an Bildern des Hoffotografen Hitlers beeinflusst. Derselbe Fotograf nimmt in Hitlers Sex eine besondere Stellung ein, wie der Leser erfährt.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.