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Samstag, den 28. Jan. 2017

Gleiches Gehalt nach dem Equal Pay Act  

.   In Chiaramonte v. The Animal Medical Center stritten ein tier­ärzt­li­ches In­sti­tut samt ihrer Che­fin und eine ihrer Di­rek­to­rin­nen um den Ge­halts­ver­gleich mit männlichen Di­rek­to­ren nach dem bun­des­recht­li­chen Equal Pay Act sowie ein­zel­staat­li­chem Ar­beits­recht. Auf­grund des Be­weis­aus­for­schungs­ver­fah­rens, Dis­co­very, ist die Er­mitt­lung von Ver­gleichs­zah­len un­schwer, weil je­de Par­tei im ame­ri­ka­ni­schen Pro­zess die von der Ge­gen­sei­te an­ge­for­der­ten Be­wei­se und Un­ter­la­gen bei­brin­gen muss.

Obwohl sie so anhand der Vergleichsgehaltszahlen be­legt hat­te, dass sie schlech­ter als die männ­li­chen Di­rek­to­ren be­zahlt wur­de, ver­lor sie. Sie hatte die Zah­len nur sta­ti­stisch auf­ge­ar­beitet, was nach Prä­ze­denz­fäl­len einen Be­weis­wert be­sitzt: "sta­ti­sti­cal evi­dence of a gen­der-ba­sed sa­la­ry dis­pa­ri­ty among com­para­ble pro­fes­sors properly contributed to plaintiff's case in con­junc­ti­on with her iden­ti­fi­ca­ti­on of a spe­ci­fic male com­pa­ra­tor." Lavin-McEleney, 239 F.3d at 481.

Der Revisionsentschluss des Bundesberufungsgerichts des zwei­ten Be­zirks der USA in New York Ci­ty legt am 26. Ja­nu­ar 2017 je­doch dar, dass sta­ti­sti­sche Un­ter­schie­de nur in Ver­bin­dung mit einer Auf­ga­ben- und Ver­ant­wor­tungs­ana­ly­se, die gut­ach­ter­lich dar­ge­legt wird, ent­schei­dend sein kann. Ohne den Ver­gleich der Auf­ga­ben und Leis­tun­gen der an­de­ren Di­rek­to­ren am In­sti­tut, die nach der Be­weis­füh­rung der Beklag­ten ex­trem von denen der Klä­ge­rin ab­wichen, konn­te sie nur ver­lie­ren, wie das Ge­richt lehr­reich erläutert.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.