• • USA-Recht für Jedermann: Kapitel 5 Teil 2 • • USA-Recht für Jedermann: Kapitel 5 Teil 1 • • Schutz vor Identitätsdiebstahl ohne Klageberechtigung • • Anspruch wegen Gruppendiffamierung von Studenten • • USA-Recht für Jedermann: Kapitel 4 - Die Hexe • • US-Vertragsrecht: Darf Gesellschafter statt Firma klagen? • • Copyright Act: Darf eine Fotoagentur überhaupt klagen? • • Neuregelung des Urheberrechtsvermerks mit ©-Symbol • • Neueste Urteile USA

Sonntag, den 31. Aug. 2014

Dampfexplosion beim Weißen Haus  

.   Unter den Straßen ums Weiße Haus verlaufen Heißdampfrohre. Bei Arbeiten explodierte eins und tötete den Vorarbeiter, dessen Nachlass auf Schadensersatz klagte. Er verlor, weil der Arbeiter alle Warnungen seiner Kollegen missachtete und Vorsichtsmaßnahmen ausschlug.

Rechtlich ist bemerkenswert, dass das Gericht den Grundsatz des Mitverschuldens, contributory Negligence, anwendet, der die Beteiligung aller Parteien am Unfall an der Seventeenth Street berücksichtigt. Anders als im Recht vieler Staaten führt er im District of Columbia zum Ausschluss der Haftung Mitbeteiligter, wenn der Geschädigte selbst zum Vorfall beitrug - ähnlich wie der Unclean Hands-Grundsatz im Equity-Recht der Common Law-Staaten.

Das Bundesgericht der Hauptstadt erklärt im Fall Stotmeister v. Alion Science and Technology Corp. am 25. August 2014 auch die Abgrenzung des Assumption of Risk-Grundsatzes von contributory Negligence. Im ersten Fall kennt der Geschädigte das Risiko und nimmt es in Kauf. Im zweiten Fall will er die Gefahr nicht in Kauf nehmen, sondern schätzt sie fahrlässig falsch ein und trägt zum Schadenseintritt bei, erörtert die 61-seitige Begründung.







CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.