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Samstag, den 16. April 2016

Fast erreichte Quote so gut wie perfekte Leistung  

.   Deutsche Unternehmen leisten in den USA oft mehr als sie vertraglich müssen. Zwar gibt es das Konzept der vollständigen Leistung, aber eine etwas geringere Leistung bedeutet nicht unbedingt eine Vertragsverletzung. In New York City illustrierte der Fall Nature's Plus Nordic A/S v. Natural Organics Inc. am 15. April 2015 das Konzept der substantial Performance als Ge­gen­stück zur strict Performance.

Der Fall betrifft eine Verkaufsquote zum Erhalt eines Exklusivvertriebsrechts. Die Quote von $600.000 wurde um knapp $3.000 unterschritten. Die Parteien stritten sich um die unterschiedliche Einschätzung von strict und substantial, wenn die Vertragserfüllung an eine Bedingung, Condition precedent, geknüpft ist.

Hier entschied das Bundesberufungsgericht des zweiten Bezirks der USA, dass die 99 Prozent überschreitende Leistung ausreiche, um das Exklusivrecht zu erhalten.








CK
Clemens Kochinke ist Gründer und Herausgeber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung sowie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Malta, England und USA Jurist, At­tor­ney und Rechtsanwalt, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechtsfragen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heussen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­management, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­many in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Verhandeln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.