Deutsche in USA beliebt
CJ - Washington. Am 27. Januar 2006 lud die Friedrich Ebert Stiftung in Washington zum letzten Mal unter der Leitung von Dieter Dettke zur gut besuchten Veranstaltung The American Model and Europe, Past - Presence - Future mit hochkarätigen Beiträgen.
Die Gegenüberstellung zeigte, dass die jeweils von ihrem rechtlichen Umfeld geprägten Modelle in ökonomischer und sozialer Hinsicht verbesserungsfähig sind. Nach Ansicht der US-Experten könne Europa weiterhin von der US-Wirtschaft lernen, um produktiver, effizienter und erfolgreicher zu werden: nämlich durch verstärkten Einsatz von neuen Technologien auch im Dienstleistungssektor, mehr Flexibilität und mehr Hochschulabsolventen.
Die Nachmittagssitzung, eingeleitet von US-Senator Paul Sarbanes mit dem Vortrag The US and Europe After the Iraq War, war der Außenpolitik gewidmet. Christoph Betram zufolge haben die transatlantischen Beziehungen seit dem Irakkrieg aufgrund unterschiedlicher Werte und Interesse gelitten. Jedoch wurde auf beiden Seiten deutlich gemacht, dass eine Verbesserung gewollt und auch dringend notwendig ist, um die anstehenden Konflikte und Probleme in der Welt gemeinsam zu lösen, die nach Ansicht von Ex-Staatssekretär Jürgen Chrobog eine starke Führung der USA voraussetzen.
Deutschland dagegen müsse nach Ansicht von Karsten Voigt selbst entscheiden, ob es in weltpolitische Fragen einbezogen wird, aber es muss davon überzeugt sein, auf der Seite des Westens zu stehen und dies den USA bestätigen. Dies, so sagen er und Roland Schmidt, erwarten die USA, denn sie sind gewohnt, global zu handeln. Nur bisher haben sie dies meist allein getan oder tun müssen.
Deutschland sollte sich außerdem bewusst sein, dass die USA Deutschland weniger braucht als umgekehrt: Der Beitrag von Reymer Klüver zeigte, dass das vom Export lebende Deutschland nach Großbritannien der wichtigste europäische Handelspartner der USA ist. Eine Umfrage unter Amerikanern, die von ihm präsentiert und ausgewertet wurde, beweist, dass Deutsche bei Amerikanern beliebt sind, obwohl die deutsch-amerikanischen Beziehungen einmal besser waren. Die Amerikaner wünschen Roland Schmidt zufolge, dass man sie in der Welt mag: sie wollen nicht vom Rest der Welt gefürchtet werden. Berücksichtigt man, dass die Amerikaner ein viel emotionaleres Volk sind als die rationalen Europäer, kann man ihr Verhalten und Reagieren auf internationale Ereignisse manchmal auch besser verstehen.