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Mittwoch, den 03. Jan. 2007

Schiedsspruch hält Prüfung stand

 
.   Warum entscheidet das Gericht über einen Schiedsspruch? Der Schiedsspruch betrifft einen Vertriebsvertrag zwischen einem Pillendreher und einem Billigvertreiber. Kunden, die den Pillendreher anrufen, wird eine Mitgliedschaft beim Vertreiber empfohlen. Beim Erwerb der Mitgliedschaft erhält der Hersteller einen Teil des Beitrags. Zwischen den Parteien ist strittig, ob die Kommission verdient ist, wenn ein Mitglied vor Ablauf eines Jahres kündigt.

Als der Hersteller seinen eigenen Mitgliedervertrieb einrichtete und der Billigvertreiber glaubte, an den Hersteller für die Kurzzeitmitglieder zuviel bezahlt zu haben, wandten sich die Parteien an das mit einer vertraglichen Schiedsklausel vereinbarte Schiedsgericht. Dieses verurteilte den Hersteller zur Rückzahlung überzahlter Kommissionen sowie zum Schadensersatz für die Verletzung der Wettbewerbsklausel, die die Parteien ebenfalls vereinbart hatten.

Die Herstellerin meldete daraufhin Konkurs an und beantragte beim Insolvenzgericht, Bankruptcy Court, die Aufhebung des Schiedsspruchs mit der Begründung, das Schiedsgericht habe sich über das Recht hinweggesetzt, disregarded the law, habe die Grenzen seiner Zuständigkeit überschritten, exceeded its authority, sei voreingenommen gewesen und habe nicht alle Beweise zugelassen. Das Insolvenzgericht wies den Antrag ab und bestätigte den Schiedsspruch als bindend und vertragsgerecht.

Das Bundesberufungsgericht des ersten Bezirks bestätigte In re: Vital Basics Incorporated, Az. 05-2741, am 29. Dezember 2006, den eingeschränkten Ermessensrahmen für die Überprüfung von Schiedssprüchen. Den bei Vertragsfragen maßgeblichen Rahmen setzt der klare Widerspruch zum Vertragstext einerseits und die unplausible oder irrationale Vertragsauslegung andererseits. Beides kann das Gericht nicht feststellen.

Das mit drei Schiedsrichtern besetzte Schiedsgericht hatte sich ordnungsgemäß am Vertrag und seinen Zuständigkeiten orientiert, hatte schon das Untergericht, der United States District Court for the District of Main am auf die Berufung des Insolvenzschuldners am 3. November 2006 geschrieben, Az. 05-2741. Das Bundesberufungsgericht in Boston schloss sich dieser Beurteilung an. Eine weitergehende Prüfung eines Schiedsspruchs ist nach seiner Begründung gemäß 9 USC §10(a) nicht zulässig. Bundesrechtlich ist die Aufhebung eines Schiedsspruchs, Arbitration Award, nur in folgenden Fällen zulässig:
(1) where the award was procured by corruption, fraud, or undue means;
(2) where there was evident partiality or corruption in the arbitrators, or either of them;
(3) where the arbitrators were guilty of misconduct in refusing to postpone the hearing, upon sufficient cause shown, or in refusing to hear evidence pertinent and material to the controversy; or of any other misbehavior by which the rights of any party have been prejudiced; or
(4) where the arbitrators exceeded their powers, or so imperfectly executed them that a mutual, final, and definite award upon the subject matter submitted was not made.







CK
Rechtsanwalt i.R. u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, von 2014 bis 2022 zudem Managing Part­ner einer 80-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2021 erschien die 5. Auflage mit seinem Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.




 
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