CK • Washington. Der
Aufruf zum Boykott von Junganwälten in Megakanzleien nimmt konkrete Formen an. Im Septemberheft der Zeitschrift der amerikanischen Hausjuristen,
Corporate Counsel, verzeichnet Michael Sager, Chef der Forensikabteilung der Rechtsabteilung eines amerikanischen Großunternehmens, praktische Schritte, Kanzleien den Einsatz junger Juristen zu untersagen.
Der letzte Gehaltsschub auf jährlich $160.000 für
First Year Associates in einigen Kanzleien schlägt sich bei seinem Unternehmen mit einer Kostensteigerung von über $4 Mio. durch, vermerkt er unter dem Titel
Not Going To Take It Anymore; aaO 67. Die Werbung vieler Kanzleien sei großmundig. Rat und Beistand erfahrener Rechtsanwälte werde versprochen, während Mandanten mit hochprofitablen, doch unerfahrenen Uniabgängern abgespeist würden.
Sager wendet sich mit einem Fünfpunkteprogramm gegen diese Geschäftspolitik. Wer die Ausbildung in der Großkanzlei mit der in kleinen und mittleren vergleichen kann, wird bestätigen, dass in der kleineren Kanzlei die erfahrenen Chefs selbst die Junganwälte anleiten, ins kalte Wasser werfen, und beaufsichtigen - und sich über die Schulter sehen lassen.
In der großen US-Kanzlei gibt es wegen ausgefeilter Hierarchien allenfalls einen
Trickle-Down Effect, und vielen Junganwälten fehlt der direkte Draht zu erfahren Partnern. Andererseits zeichnen sich diese Kanzleien oft durch koordinierte interne Weiterbildungsprogramme aus, während
Associates aus kleineren Kanzleien zu Schulungstagungen gesandt werden. Außerdem wird ihnen nicht mit
Auftragsmusik der
kanzleispezifische Teamgeist eingebleut.
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