Wie, wo, wann starb der Sohn?
Recht behindert Aufklärung
CK • Washington. 1944 starb ein junger Soldat an der im Film Saving Private Ryan heißumkämpften Brücke nach der Utah Beach-
Landung. Ein GI nahm den Wehrpass des Toten an sich. Seither versucht ein US-Soldat, ihn den Eltern des Jungen zukommen zu lassen und ihnen zu berichten. Doch das Recht verhindert den Erfolg. Im Wehrpass befinden sich damals normale Stempel mit Hakenkreuz. Deutsche Stellen rühren ihn nicht an, und in den USA ist es genauso. Zudem erweist sich in neuerer Zeit das Datenschutzrecht als Hindernis, während kurz nach dem Zweiten Weltkrieg viele Stellen Daten frei sammelten und austauschten, um Familien und Freunde zusammenzuführen.
Eine Bekannte des US-Soldaten wendet sich verzweifelt an einen Anwalt, weil er die Familie des Deutschen nicht ausmachen kann. Die Referendare erkunden pro bono die Rechtslage: Hindernisse bestehen wegen des Hakenkreuzes. Positiver sind Datenschutz- und allgemeines Persönlichkeitsrecht. Doch selbst wenn die Familie gefunden werden könnte, darf ihr der Wehrpass nach Deutschland gesandt werden? Wird sie je erfahren, wie, wo, wann ihr Sohn als Soldat starb?
Pointe: Der suchende Soldat hatte den Pass Nazimemorabilia-Händlern abgekauft, um ihn den Angehörigen zu geben und dem ihm unwürdig erscheinenden Handel ein Ende zu setzen.