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Dienstag, den 10. April 2018

Gerichtsakte unter Verschluss: Under Seal  

.   Der Grundsatz der Prozessöffentlichkeit gebietet auch den frei­en Zugang zu Ge­richtsakten. Der Revisionsbeschluss in United States of Ame­ri­ca ex rel. v. American University of Beirut zeigt am 9. März 2018 kurz die Grenzen auf. Sie beruhen auf Verfassungs- und Common Law-Grundlagen. Hier über­wog ein Si­cher­heits­in­teresse das öffentliche Interesse an der Freigabe der Identität einer Partei, die im Namen einer öffentlich-rechtlichen Kör­per­schaft einen Scha­dens­er­satz, vermutlich wegen Betrugs zu ihren Lasten, ein­klag­te. Die Identität der Par­tei ist von nebensächlicher Bedeutung für den Pro­zess, während die Sicher­heits­bedenken in korrekter Ermessensausübung nur den Schluss zulassen, die Iden­tität durch eine Verfügung geheim zu halten:
There is no question that the do­cu­ments at issue here are judicial documents. The district court found that the identity of the relator in a Fal­se Claims Act case is tangential to the court's exercise of its ju­di­ci­al po­wers, and thus the common law right of access was to be af­for­ded "limited weight." … Finding that American University "plau­sib­ly as­ser­t[ed]" security concerns sufficient to outweigh the public's right of access to the identity of the relator, the district court ordered the relator's identity sealed. … We affirm. The district court did not ex­ceed the bounds of its discretion in or dering the limited seal at is­sue here.
The district court here made specific, on-the-record findings and de­ter­mi­ned that sealing was necessary "to preserve higher values." The district court's order was narrowly tailored, ordering only the re­la­tor's name and any identifying information to remain under seal.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.