CK • Washington. Letzte Klausur:
Verschmelzung! Heft zu, heim, umziehen, Daumen hoch und zur
Autobahn. 12 Stunden später friert der
Luzerner See zu. Mit einer bildreichen Zeitung bedeckt versucht der Cand. Iur. & Rel. Pol. am Ufer auf der Bank zu schlafen. Schriftliches vorüber! Ab in den Süden!
Transalpin kommt der freundliche LKW-Fahrer auf der ewigen Autobahnbrücke ins Schleudern: 40 Waschmaschinen, 20 Kühlschränke gerade rücken, bevor wir runterfallen. Dafür gibt's in Rom das beste Frühstück, noch bevor der Tag graut, und die erste Lektion Italienisch. Circus Maximus,
Vatikan, weiter nach Süden! Am nächsten Morgen auf der Bank am Justizpalast
Messina aufgewacht. Weiter!
Nach Mitternacht von der
Fähre in einen finsteren Festungshafen mit zahllosen Bars. Cowboy Bar, Dragon Bar. Huschende Schatten im Regen. Unheimliche Stille. Kein Hotel. Um 6 ist die Kirche gerammelt voll und die Sprache unbekannt. Zu Fuß in die Hauptstadt: Gerichtsbesuch. Hm?
Common Law und Kodifizierung? Hybrid? Zwei Rechtskreise vermischt? Zwei Sprachen amtlich, und die Juristen dürfen auch Latein und Italienisch einbringen? Bücher kaufen, Sprache lernen - nicht immer mit Griechisch verwechseln - und noch viel mehr über das eigentümliche Eiland erfahren.
Als der Ausbildungsleiter wenige Monate später die Auslandsstation anpreist, die zuletzt jemand vor 20 Jahren gewagt hat, steht der Entschluss sofort: Malta! Der erste Schritt auf dem Weg zum amerikanischen Recht.