• • Trumps Hotelbetrieb prozessual unanfechtbar • • Trump verletzt Verfassung mit Twitter-Ausschluss • • Unerklärter Schaden bei Vertragsbruch • • Anstößige FUCT-Marke eintragungsfähig • • Rechtsschutz für Geschäftsgeheimnisse • • Amerikanische Gerichtsentscheide finden • • Grundrechtsanspruch gegenüber Unternehmen • • Schadensersatz für Sachen, nicht das Leben • • Neueste Urteile USA

Donnerstag, den 27. Dez. 2018

Nachsichtiger Vermieter: Lehrreiche Vertragsfragen  

.   Ein nachsichtiger Vermieter stellte spät Rech­nun­gen aus, um dem Mie­ter in der Auf­bau­pha­se ent­ge­gen­zu­kommen, und muss­te spä­ter die of­fe­ne Mie­te ein­kla­gen. Der Mie­ter re­a­gier­te mit in­teres­san­ten recht­li­chen Ar­gu­me­nten, die vom Ver­zicht bis zur Miet­min­de­rung und Ver­trags­än­de­rung so­wie dem Schei­tern des Ver­trags we­gen Un­mög­lich­keit reich­ten. Die­se Ein­re­den fin­den sel­ten den Weg in die Re­vi­si­on, so­dass der Ent­scheid vom 26. De­zem­ber 2018 in Ax­ginc Corp. v. Pla­za Auto­mall Ltd. für Ge­wer­be­mie­te- und all­ge­mei­nes Ver­trags­recht lehr­reich ist.

Für den angemieteten Platz konn­te er kei­ne Ver­si­che­rungs­deckung gegen Flu­ten er­hal­ten, be­haup­te­te der Mie­ter. Dar­aus be­gründe sich eine In­prak­ti­ka­bi­li­tät oder Un­mög­lich­keit der Ver­trags­er­fül­lung. Zu­dem be­wei­se die Nach­sicht des Ver­mie­ters, dass der Miet­zinz re­du­ziert wur­de oder eine Ver­trags­än­de­rung zu sei­nen Gun­sten ein­trat. Außer­dem habe er sich auf Hin­weise des Ver­mie­ters über die Eignung des Plat­zes für sei­nen Be­trieb ver­las­sen, so­dass er be­trü­ge­risch zum Ver­trags­schluss ani­miert wor­den sei.

In New York City ließ das Bundesberufungs­ge­richt des zwei­ten Be­zirks der USA die­se Ein­re­den nicht gel­ten. Der Ver­trag be­sa­ge aus­drück­lich, dass nur die dort fest­ge­leg­ten Zu­si­che­run­gen gel­ten, und die Klau­sel sei wirk­sam. Eine Ver­trags­än­de­rung setz­te ge­gen­sei­ti­ges Ein­ver­neh­men vor­aus, was hier nicht vor­lie­ge. Ein Ver­zicht gel­te schon des­we­gen nicht, weil die Waiver Clause des Ver­trags aus­drück­lich Nach­sicht er­lau­be, ohne dar­aus ein Prä­ju­diz zu bil­den. Eine Un­mög­lich­keit hän­ge von ob­jek­ti­ven und un­vor­her­seh­ba­ren Fak­to­ren ab. Die Un­ver­si­cher­bar­keit ge­gen das Über­flu­tungs­ri­si­ko war we­gen eines vor­an­ge­gan­gen­en Wir­bel­sturm­flut­scha­dens vor­her­seh­bar und dem Mie­ter be­kannt.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.