• • Nichteingetragene Aufmachung als Trade Dress • • Schwache Marken im Hüllenmarkt verwechselbar • • Schadensersatzkette nach Datenklau: Folgeschaden • • Haftungsimmunität der Suchmaschinen • • EV nach Geschäftsgeheimnisbruch geht zu weit • • Risiko der fehlerhaften Urheberrechtseintragung • • Private Beweisausforschung in den USA • • Altersdiskrimierung: Skype-, Social Media-Kompetenz • • Neueste Urteile USA

Donnerstag, den 28. März 2019

150 Monate Haft nach Film-Download-Betrug  

.   Im Schriftsatz USA v. Paul Hansmeier vom 25. März 2019 erfährt der naive Internetnutzer, welche Tricks ihn zum Porno-Download verführen, wenn Kriminelle ihn zum peinlichkeitsvermei­den­den Ver­gleich zwin­gen wol­len. Die Staatsanwaltschaft schreibt zur Begrün­dung einer 150-mo­na­tigen Haftstrafe:
It was Hansmeier who came up with the idea to construct a co­py­right settlement mill focused on pornographic films. It was Hans­mei­er who directed his brother to upload clients' movies onto file-sha­ring websites to lure downloaders. It was Hans­mei­er who draf­ted nearly all of the legal pleadings used to deceive judges. It was Hansmeier who invented phantom hacking allegations. …
Hansmeier's mass John Doe copyright infringement suits were spe­ci­fi­cally designed to deceive courts into believing that real third-par­ty plain­tiffs were suffering actual damages as a result of un­au­tho­ri­zed, un­invited, large-scale infringement of por­no­gra­phic mo­vies by co­py­right pi­rates. …
Hansmeier uploaded to Bit Torrent websites the very mo­vies he sued others for downloading. …
Paul Hansmeier selected the pornographic movies for his bro­ther to up­load based upon how attrac­ti­ve they would be to Bit­Tor­rent users, thus deliberately encouraging the piracy Hans­mei­er pre­ten­ded to hate. …
[I]n courts throughout the country, … Hansmeier filed hundreds of lawsuits against thousands of "John Does." …
Hansmeier and Steele created pornographic content for the so­le pur­pose of extracting settlements.
Der angeklagte Rechtsanwalt bewegte die von ihm über IP-Anschriften und ge­richt­li­che Zwangsmittel ermittelten angeblichen Urheberrechtsverletzer außer­ge­richt­lich zu Vergleichzahlungen knapp unter der Schmerzgrenze ihrer wahr­schein­lichen Ver­tei­di­gungs­ko­sten, sodass er lange Zeit einer gerichtlichen Prü­fung sei­ner be­haup­te­ten Ansprüche oder der Merkmale einer Urheberrechts­ver­let­zung ausweichen konnte.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.