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Sonntag, den 14. April 2019

Auslandsverweisung trotz Gerichtsstandsklausel  

.   Trotz eigener Zuständigkeit darf ein amerika­ni­sches Ge­richt einen US-Prozess ins Ausland verweisen, wenn die An­for­de­run­gen an den Fo­rum non Con­ve­ni­ens-Grund­satz in sei­nem Er­mes­sen erfüllt sind. Doch gilt dies, wenn eine Gerichtsstandsklausel ein US-Gericht festlegt, prüft der Re­vi­si­ons­beschluss in Fasano v. E-Commerce China Dangdang Inc. am 12. April 2019 aus New York City.

Diese Klausel ist ein wichtiger Faktor, den die erste Instanz im Rahmen der FNC-Abwägung berücksichtigen muss, erklärte das Bundesberufungsgericht des zwei­ten Bezirks der USA. Zunächst muss die Klau­sel wirk­sam sein: [A] district court must consider three factors in determining whether the pre­sump­ti­on of en­for­ceability applies to a forum selection clause: whe­ther (1) the clau­se was rea­so­nably communicated to the party resisting its enforcement; (2) the clau­se is man­da­to­ry or permissive; and (3) the claims and parties to the dispute are subject to the clause. Wenn die Vermutung zu­gun­sten der Wirk­sam­keit der Klau­sel nicht greift, darf das Gericht die FNC-Abwägung nach die­sen Merk­ma­len treffen:
In general, we have recognized that when a defendant moves to dismiss on the ground of forum non conveniens, courts assess:
(1) the deference to be accorded the plaintiff's choice of forum;
(2) the adequacy of the alternative forum proposed by the de­fen­dants; and
(3) the balance between the private and public interests impli­ca­ted in the choice of forum. … Where the parties have contrac­tu­al­ly se­lected a forum, however, the forum selection clause "sub­stan­ti­al­[ly] modifi[es]" the forum non conveniens doctrine and the "usu­al tilt in fa­vor of the plaintiff's choice of fo­rum gives way to a pre­sump­tion in favor of the contractually selected forum." AaO 5.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.