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Samstag, den 10. Aug. 2019

Vermieter haftet bei Plagiatsverkauf des Mieters  

Shoppingcenter als Beihelfer von Billigläden im Markenrecht
Markensymbol R im Kreis
.   Im Revisions­ent­scheid Lu­xot­ti­ca Group SpA v. Air­port Mi­ni Mall LLC haf­tet ein Shop­ping­cen­ter samt sei­nem Ver­wal­tungs­per­so­nal für $1,9 Mio. Scha­dens­er­satz we­gen wie­der­hol­ter Mar­ken­ver­let­zun­gen durch sei­ne Mie­ter, klei­ne Bil­lig­lä­den, nach de­ren Ver­kauf von Imi­tat­son­nen­bril­len zum Zeh­ner­preis, wäh­rend die Ori­gi­na­le im Hun­der­ter­be­reich kos­ten. Der Ori­gi­nal­her­stel­ler hat­te Raz­zi­en ar­ran­giert und die Be­klag­ten zwei­mal schrift­lich über de­ren Er­geb­nis­se und Fol­gen un­ter­rich­tet, doch der Pla­gi­ats­ver­kauf ging wei­ter.

Das Bundesberufungsgericht des elf­ten Be­zirks in At­lan­ta muss­te zum ersten Mal die Erstreckung des Con­tri­bu­to­ry Lia­bi­li­ty-Grund­sat­zes auf das Miet­ver­hält­nis be­ur­tei­len. Ob­wohl das Mar­ken­ge­setz, Lan­ham Act, nur die di­rek­te Ver­let­zung an­spricht und das Bei­hil­fe-Prin­zip aus der Rechts­spre­chung zur un­er­laub­ten Hand­lung auf das Mar­ken­recht über­tra­gen wur­de, er­klär­te die Re­vi­si­on das Prin­zip für an­wend­bar.

Außerdem klärte es am 7. August 2019 die Anforderun­gen an die vom Her­stel­ler mit­zu­tei­len­de No­ti­ce, die beim Bei­hel­fer ein haf­tungs­ent­fa­chen­des Wis­sen­müs­sen aus­löst: Wäh­rend bei eBay in einem Prä­ze­denz­fall die kon­kre­te Auf­klä­rung über be­stimm­te Ver­let­zer und Wa­ren er­for­der­lich war, reicht bei einem über­schau­ba­ren Mall eine Mit­tei­lung, die den Mall-Eig­ner in die Lage ver­setzt, bei einem Rund­gang auf­fäl­li­ge Preis­ab­wei­chun­gen zu ent­decken und po­ten­ti­el­le Ver­let­zer zur Ab­hil­fe auf­zu­for­dern.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.