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Mittwoch, den 11. Nov. 2015

Googles Cookie-Sperrenüberwindungstechnik: Teilsieg  

.   Am 10. November 2015 gewann Google einen Teilsieg gegen Gegner seiner Cookie-Sperren­knack­technik in In Re: Google Inc. Cookie Placement Consumer Privacy Litigation. Der Fall betrifft die Cookie-Sperren in Safari und IE-Browsern, die Google laut Anga­ben der Kläger trotz ent­gegen­lauten­der Zusi­cherungen auf der Google-Web­seite umging. Die Auf­deckung der Google-Technik führte bereits zu einem Ordnungs­geld, Civil Penalty, von $22,5 Mio. an das Bundes­verbraucher­schutz­amt Federal Trade Commission sowie von $17 Mio. an 38 Staats­anwalt­schaften der Einzel­staaten in ihrer Eigenschaft als Verbraucher­schützer.

Die neue Entscheidung des Bundesberufungs­gerichts des dritten Bezirks der USA in Phila­delphia folgte zahl­reichen zusammen­geführ­ten Sammel­klagen im Namen aller Safari- und IE-Benutzer, die bestimmte Werbe­inhalte trotz der Sperren erhal­ten hatten:
The complaint asserts three federal law claims against all defendants. Count I claims violation of the federal Wiretap Act, 18 U.S.C. §2510 et seq. Count II claims violation of the Stored Communications Act, 18 U.S.C §2701. And Count III claims violation of the Computer Fraud and Abuse Act, 18 U.S.C. §1030.
The complaint also asserts six California state law claims against Google only. Count IV claims violation of the privacy right conferred by the California Constitution. Count V claims intrusion upon seclusion under California tort law. Count VI claims violation of the Unfair Competition Law, Cal. Bus. & Prof. Code §17200. Count VII claims violation of the California Comprehensive Computer Data Access and Fraud Act, Cal. Penal Code §502. Count VIII claims violation of the California Invasion of Privacy Act, Cal. Penal Code §630 et seq. And Count IX claims violation of the California Consumers Legal Remedies Act, Cal. Civ. Code §1750 et seq.
Google gewann in der ersten Instanz mangels Schlüs­sigkeit und behaup­tete in der Revision auch eine man­gelnde Aktiv­legiti­mation der Sammel­kläger. Doch stellt das Revi­sion letz­tere fest, da der von Google bestrit­tene Schaden der Klage zu entneh­men ist. Mit einer lesens­werten Begrün­dung erklärt sie dann, dass die bundes­recht­lichen und die meisten einzel­staats­recht­lichen Anspruchs­grund­lagen unan­wendbar sind, doch hält sie den An­spruch wegen Ver­letzung der Privat­sphäre für schlüssig. Dieser darf im Unter­gericht weiter ver­folgt werden.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.