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Mittwoch, den 31. Mai 2017

Druckpudermonopol und Patenterschöpfung  

.   Wirtschaftlich betrifft das Supreme Court-Urteil in Im­pres­si­on Products Inc. v. Lexmark In­ter­na­tio­nal Inc. ein Monopol auf den Druck­pu­der­ver­trieb durch Vertrags­knebelung von Kun­den. Recht­lich be­han­delt es die Gren­zen des patentrechtlichen Monopols im In- und Auslandshandel, die vom Erschöpfungsgrundsatz ge­zo­gen wer­den.

Der Grundsatz bedeutet wie im Urheberrecht: Wird etwas Ge­schütz­tes Kun­den durch Ver­kauf über­tra­gen, en­det das Monopol für die ver­kauf­te Ware. Das hat­te das Ge­richt be­reits bei Fach­bü­chern ent­schie­den, die im Ausland bil­li­ger als in den USA zu er­ste­hen wa­ren. Je­der darf sie im Aus­land er­wer­ben und in den USA ver­kau­fen. Mit einem Kaufvertrag, der Kun­den ein Ver­bot von Nachfüll­packun­gen von Dritt­an­bie­tern auf­zwang, woll­te der kla­gen­de Patentinhaber die Wir­kung sei­nes Patent-Monopols über den Ver­kauf von Druck­pa­tro­nen hi­naus aus­deh­nen.

Die Entscheidung vom 30. Mai 2016 erklärt, dass das Monopol­recht zwar be­steht, aber nicht in die ver­trags­recht­lich be­denk­li­che Veräußerungsfreiheit ein­grei­fen darf. Das im Common Law an­er­kann­te Right of Alienation set­ze dem Patentschutz eine Schran­ke - wie auch dem Urheberrecht, sie­he Kirtsaeng v. John Wiley & Sons Inc., 568 US 519, 538 (2013):
As Lord Coke put it in the 17th century, if an ow­ner re­stricts the re­sale or use of an item af­ter sel­ling it, that re­stric­ti­on is voide, be­cau­se … it is against Trade and Traf­fi­que, and bar­gai­ning and con­trac­ting bet­weene man and man. 1 E. Coke, In­sti­tu­tes of the Laws of Eng­land ยง360, p. 223 (1628). Con­gress en­ac­ted and has re­pea­ted­ly re­vi­sed the Pa­tent Act against the back­drop of this ho­sti­li­ty to­ward re­straints on alien­ation, which is re­flec­ted in the ex­haus­ti­on doc­trine.







CK
Rechtsanwalt u. Attorney Clemens Kochinke ist Gründer und Her­aus­ge­ber des German Ame­ri­can Law Journal in der Digitalfassung so­wie von Embassy Law. Er ist nach der Ausbildung in Deutschland, Mal­ta, Eng­land und USA Jurist, vormals Referent für Wirt­schafts­politik und IT-Auf­sichtsrat, seit 2014 zudem Managing Part­ner einer 75-jäh­ri­gen ame­ri­ka­nischen Kanzlei für Wirtschaftsrecht. Er erklärt deutsch-ame­ri­ka­ni­sche Rechts­fra­gen in Büchern und Fachzeitschriften.

2014 erschien sein Kapitel Vertragsverhandlung in den USA in Heus­sen/Pischel, Handbuch Vertragsverhandlung und Ver­trags­ma­na­ge­ment, und 2012 sein Buchbeitrag Business Nego­ti­ati­ons in Ger­ma­ny in New York, 2013 sein EBook Der ame­ri­ka­ni­sche Vertrag: Planen - Ver­han­deln - Schreiben.

Die meisten Mitverfasser sind seine hochqualifizierten, in das amerikanische Recht eingeführten Referendare und Praktikanten.